Alt: U-Bahnhof

U‑Bahnhof Klos­ter­straße
Foto: Benja­min Gutz­ler

Wo Schinkel zur Schule ging und Bismarck Latein lernte

Am 13. Juli 1574 wurde das Berli­ni­sche Gymna­sium zum Grauen Klos­ter als städ­ti­sches Gymna­sium gegrün­det – im Klos­ter der Fran­zis­ka­ner, auf deren graue Kutten der Name zurück­geht. Das Graue Klos­ter sollte führend werden unter den Berli­ner Schu­len.

Unter den ehema­li­gen Schü­lern des Grauen Klos­ters finden sich so bedeu­tende Namen wie Johann Gott­fried Scha­dow, Karl Fried­rich Schin­kel und Otto von Bismarck. Karl Phil­ipp Moritz, „Turn­va­ter“ Fried­rich Ludwig Jahn und Fried­rich Schlei­er­mach­er­wa­ren Lehrer am Grauen Klos­ter. Eduard Spran­ger, der bedeu­tende Philo­soph und Pädagoge, hat am Grauen Klos­ter Abitur gemacht, auch Hans-Georg Dehmelt, Nobel­preis­trä­ger für Physik 1989, ist Klos­te­ra­ner mit Abitur 1940. Der Landes­rab­bi­ner Nathan Peter Levin­son und der Doku­men­tar­fil­mer Erwin Leiser haben das Graue Klos­ter besucht.

Nach 1945 waren Lothar de Maizière, Markus Meckel sowie die Schau­spie­le­rin Thekla Carola Wied und die Schrift­stel­le­rin Monika Maron Schü­ler des Grauen Klos­ters. Die Rude­rer Carl­heinz Neumann, Abitur 1924, und Bern­hard Brit­ting, Abitur 1959, waren 1932 in Los Ange­les und 1964 in Tokio Olym­pia­sie­ger.

Reiches Mate­rial aus dem erhal­te­nen Archiv belegt, wie das Graue Klos­ter durch die Zeit­läufte ging. Die 1923 gegrün­dete Studi­en­an­stalt für Mädchen war eine der ersten Berlins. Die Gebäude wurden 1945 durch Bomben zerstört. Bereits im Juni 1945 begann der Unter­richt in der Wein­meis­ter­straße wieder. 1958 verbot Ulbricht den Namen „Graues Klos­ter“, die Schule wurde zur „2. Erwei­ter­ten Ober­schule Berlin-Mitte“, deren Schü­ler sich noch lange als Klos­te­ra­ner verstan­den.

Nach dem Mauer­bau wurde die Tradi­tion 1962 dem Evan­ge­li­schen Gymna­sium in Wilmers­dorf über­tra­gen. Seit­dem entwi­ckelt das Evan­ge­li­sche Gymna­sium zum Grauen Klos­ter in Berlin Wilmers­dorf die Tradi­tion weiter.